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Dialogforum Jugendengagement

Junge Menschen zeigen ihre Meinung – Sozialminister bricht Grußwort ab.


Magdeburg. 250 junge Menschen waren am 22. Juni der Einladung des Ministeriums für Arbeit und Soziales gefolgt und zum Dialogforum Jugendengagement gekommen. Einige von ihnen machten bereits beim Grußwort des Sozialministers mit einer stillen Protestaktion deutlich, dass für sie die aktuell diskutierten Kürzungen im Jugendbereich zum eigentlich Ziel des Dialogforums im Widerspruch stehen. „Ziel des Dialogforums war es, jugendliches Engagement anzuerkennen und jungen Menschen Raum zur gesellschaftlichen und politischen Mitgestaltung sowie zum Erfahrungsaustausch über ihr jeweiliges Engagement zu geben,“ berichtet Fabian Pfister (Vorstandsmitglied im Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e.V.).
Engagierte junge Menschen haben aber deutlich gemacht, dass die vom Ministerium für Arbeit und Soziales geplanten Kürzungen für den Haushalt 2014 - im Fachkräfteprogramm und der Jugendpauschale um jeweils eine Million Euro - die Vielfältigkeit und Verlässlichkeit von jugendlichem Engagement vor Ort empfindlich schädigen würden.


Kurz nach Beginn der Veranstaltung hielt eine der jungen Aktiven ein Plakat mit der Frage „Meine Zukunft in Sachsen-Anhalt?“ hoch. Die Antwort darauf erfolgte nach  und nach durch andere junge Menschen im Raum. Diese hielten nacheinander Schilder nach oben, die auf die Folgen der geplanten Kürzungen aufmerksam machten: „Freiräume für junge Menschen im Saalekreis? Fehlanzeige!“, „Jugendclubs im Landkreis Stendal? Geschlossen!“ oder „Ferienfreizeiten in Anhalt-Bitterfeld? Eingestellt!“ Die Jugendlichen verließen dann in Gruppen, die sich um jeweils eines der 14 Schilder gesammelt hatten, den Raum. Am Ende beantwortete das junge Mädchen, die von ihr in den Raum gestellte Frage selbst. Allein in den nun leeren Stuhlreihen stehend klappte sie ein zweites Schild mit den Wort: „Gestrichen!“ auf. Sozialminister Norbert Bischoff brach aufgrund der Aktion sein Grußwort ab.

„Diese Protestaktion hat deutlich gemacht,“ erläutert Fabian Pfister im Nachgang der Aktion „dass das Engagement junger Menschen nicht im luftleeren Raum stattfindet, sondern es Strukturen bedarf, die junge Menschen und ihr Engagement unterstützen und oftmals erst ermöglichen.“ Er verweist dabei unter anderem auf die Erfahrungen der Flutkatastrophe. Hier hätten viele junge Menschen mit angepackt, ganze Jugendclubs hätten gemeinsam Sandsäcke gefüllt, Jugendverbände vor Ort Kinderbetreuung oder Verpflegung für die Unterstützer_innen organisiert. „Dieses Engagement war nur möglich, weil es vor Ort junge Menschen gab, die sich zum Beispiel in einem Jugendclub oder Jugendverband organisieren und damit über das Wissen und die Möglichkeiten verfügten, spontanes Engagement zu initiieren und das anderer junger Menschen zu unterstützen. Stellt das Land die Finanzierung der Jugendarbeit ein, bricht an vielen Orten die Möglichkeit weg, ins Engagement einzusteigen bzw. es fortzusetzen.

Im Anschluss an das Grußwort hatten die jungen Menschen in Workshops die Möglichkeit, sich untereinander als auch mit Politiker_innen über ihr Engagement auszutauschen. „Diese Möglichkeit nahmen auch viele Jugendliche wahr, die sich vorher am stillen Protest beteiligt hatten. Wir wollen weiterhin im Dialog mit der Landespolitik bleiben. Die Diskussionsrunden und der dort stattgefundene Austausch haben gezeigt, wie wichtig dies ist,“ macht Fabian Pfister klar. Aber auch die Kommunen müssen zukünftig stärker in diesen Dialog mit einbezogen werden, um im Sinne der Kinder und Jugendlichen Lösungen zu finden und Jugendarbeit vor Ort nachhaltig zu finanzieren.

Seit 2006 organisiert das Ministerium für Arbeit und Soziales des Landes Sachsen-Anhalt mit Akteuren aus der Zivilgesellschaft Dialogforen zum Bürgerschaftlichen Engagement. In diesem Jahr stand das Dialogforum ganz unter dem Fokus des Engagements junger Menschen und wurde maßgeblich durch eine Gruppe Jugendlicher vorbereitet. Die jungen Engagierten aus unterschiedlichen Verbänden und Vereinen planten Ort und Tagesprogramm. Auch die Dokumentation des Dialogforums war ganz in ihrer Hand.

Das Team von Politik Orange, dem unabhängigen, kritischen Jugendmagazin, war mit Reporter_innen auf der Veranstaltung unterwegs und fing Stimmen von Teilnehmenden ein. Nachzulesen sind die Berichte unter: http://politikorangedialogforum.wordpress.com 
 
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